BLOGTOUR – Mana Loa von Astrid Rose (11. Tag)

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Und weiter geht es mit der Blogtour 😉

Was erwartet euch heute? Ich habe die Ehre meinen Lieblingscharakter aus Mana Loa vorzustellen … und zwar Benjamin McAllister.

Inzwischen habt ihr schon sehr viel über die Bücher, über Astrid und so manch ein Charakter kennengelernt … allen voran Nina und Tom, und dabei habt ihr auch hier und da bestimmt den Namen Ben gelesen. Aber wer ist Ben wirklich. Also los gehts 😉

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Bild: Matt Bomer (Quelle: http://commons.wikimedia.org)

Benjamin Franklin McAllister ist am 25.04.1983 in Honolulu geboren. Seine Eltern sind Eric (Plantagenbetreiber) und Leanne McAllister, geborene Noelani. Auch, wenn er kein Kind der Liebe ist, so lieben ihn seine Eltern beide abgöttisch. Er war schon immer ein höflicher, pflichtbewusster Mann, der stets auf der Suche nach der einen großen Liebe war.
Diese fand er … ne, dass müsst ihr euch schon selbst in Familienbande nachlesen.
Ben wurde von seinem Vater mit sechs Jahre in ein deutsches Eliteinternat geschickt. Erst zu Highschoolzeiten durfte er nach Noelani zurückkehren. Seinen Schulabschluss und das angrenzende Studium machte er in Honolulu. Bereits in seiner Grundschulzeit beschäftigte er sich mit Computern und baute dieses Wissen über die Jahre hinweg aus.
Mit 23 übernahm er die Geschäftsführung der Plantage und von seinem ersten Gehaltsscheck gründete er IT-International. Bald schon expandierte seine eigene Firma und er eröffnete Tochterfirmen überall in der Welt. Aber auch die Erträge der Plantage wuchsen unter seiner Führung, doch wieso er soviel Erfolg hat, ist auch etwas, was man erst beim genauem Lesen des zweiten Buches herausfindet. Es hat mit seinem anderen Gesicht namens Koa zu tun.
Ben hatte eigentlich nicht die typische Kindheit, die man auf Hawaii hat. Surfen lernte er jetzt erst vor kurzem, denn sein Vater verlangte schon sehr früh von ihm, sich mit dem Ananas, Kaffee- und Zuckkerrohranbau zu beschäftigen.
Seine Leidenschaft gilt dem Segeln. Aber er hat noch so manche, die bisher dem Leser verschlossen blieben. Ich sag nur roter Ferrarie, rotes Hemd 😉

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Ben wurden auch drei Fragen der Leser/innen gestellt und er hat sie natürlich für euch beantwortet.

Frage 1: Würdest du einer Dreierbeziehung mit Daniel, Nina zu Liebe zu stimmen?

Ben antwortet entsetzt „Nein, niemals. Sie ist meine Wahine (Frau) und ich teile sie mit niemanden außer mir selbst. Warum sollte ich auch? Nina liebt mich und niemand anderen.

Frage 2: Hast du immer noch Abdrücke von der Harfe am Hintern, wegen deinem Erlebnis mit Daniel?

Er guckt ganz verwirrt. „Entschuldigung? Ich verstehe die Frage nicht? Daniel spielt Harfe?“ Ben lacht. „Ist der gay?“

Frage 3: Wäre Nina auf dich eingegangen, wenn Sophie noch da wäre, und wie hättest du reagiert?

Mein Gesprächspartner wirkt nachdenklich „Das weiß ich nicht – bei Ninas Glauben, hätte ich es wohl sehr schwer gehabt. Tja, und ich? Ich hätte – ach, weiß doch auch nicht … frag doch Astrid

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Und wie jeden Tag, gibt es auch heute wieder eine Gewinnspielfrage …

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Und hier habe ich auch für euch die Grafik für das Kreuzworträtsel für das Ende des Gewinnspiels.

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Ich drücke euch fest die Daumen für das Gewinnspiel 😉

Und am Montag (04.08.) geht es mit Daniel Brown/Braun auf Siljas Buecherkiste weiter.

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BLOGTOUR – Mana Loa von Astrid Rose (4. Tag)

Herzlich willkommen zum 4. Tag der Blogtour zu „Mana Loa“ von Astrid Rose.

Neben einem Interview der beiden Hauptcharaktere Nina Lorenz und Tom McAllister, findet ihr am Ende auch noch die Gewinnspielfrage des heutigen Tages. Also gut aufpassen, denn ihr müsst eine Frage zu Nina und Tom beantworten. Mehr dazu am Ende des Beitrages.

Bevor es mit den Interviewfragen der beiden losgeht, bekommt ihr Leser natürlich auch einen kleinen Überblick über sie. Die beiden könnten in mancher Hinsicht nicht unterschiedlicher sein 😉

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Wer ist Nina Lorenz

Quelle: http://commons.wikimedia.org

Quelle: http://commons.wikimedia.org (Emily VanCamp)

Nina Josephine Lorenz ist am 25.07.2009 27 Jahre alt geworden. Sie ist blond und hat saphirblaue Augen. Geboren und aufgewachsen ist sie in einer niedersächsischen Kleinstadt. Als Teenager war sie ohne Frage der Star der Schule und in der Disco. Im April 2000 (16 J.) wurde sie jedoch schwanger und ab da nahm ihr Leben eine schicksalshafte Wendung. Aufgrund eines tragischen Vorfalls änderte sie ihre Lebensweise von Grund auf. Sie entwickelte eine Abneigung gegen schöne auffallende Kleidung und versucht unauffällig zu bleiben. Aber durch ihren natürlich recht guten Aussehen und ihrem Charme fällt sie dennoch immer wieder mal auf. Bis auf ihren Bruder und ihrem Kampfspotlehrer Daniel ließ Nina keinen Mann mehr an sich heran.
Nach dem Abi ging sie nach Maastrich an die Uni und studierte internationales Völkerrecht. In ihren Semesterferien bereiste sie Afrika und Neuseeland, um dort bei der Children´s Hope Stiftung auszuhelfen. Auf diesen Reisen wurde sie zum ersten Mal mit ihrer Gabe konfrontiert. Im Frühjahr 2009 beendete sie das Studium mit einem Master und ist nun voll ausgebildete Rechtsanwältin. Nach ihrem Abschluss wollte sie eigentlich ein IT-Studium in Bremen aufnehmen, um ihre Chancen auf eine Anstellung bei der UNO oder der UN zu erhöhen. Und an dieser Stelle beginnt die gemeinsame Geschichte von Nina und Tom: Bei einem Einkaufsbummel traf sie auf diesen smarten Hawaiianer und bald lag sie nicht nur in seinen Armen, sondern gab ihr bisheriges Leben auf und zog auf die schöne Inselkette Hawaii.

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Wer ist Tom McAllister

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Quelle: http://commons.wikimedia.org (Ian Somerhalder)

Thomas Jefferson McAllister wird am 15.05.2010 30 Jahre alt. Seine grünen Augen, die er von seiner Mutter Christine hat, passen wunderbar zu seinen braunen Haaren. Er ist zurzeit Referendar an der Uni Bremen, soll aber nach dem Willen des Dekans eine Festanstellung erhalten. Die Annahme der Stelle, macht er von der Entscheidung Ninas abhängig, ob sie sich eine Ehe auf Distanz mit ihm vorstellen könnte.
Tom ist ein Kerl, der sich keinen Spaß entgehen lässt. Sein Charakter wurde durch Christines Herzlichkeit und Bens Verantwortungsbewusstsein geprägt. Bis zum Ende seiner Highschool-Zeit wurde er von seinem Onkel Eric unterstützt. Anschließend hat er durch den Verkauf einiger kleiner Softwareprogramme ein kleines Vermögen angesammelt, wodurch er sich einen exklusiven Lebensstil leisten kann.

(Nähere Infos zu den genannten Namen Christine und Eric findet ihr bei Mana Loa – Stammbaum.)

Zum Stand des Interviews ist Nina Geschäftsführerin von Childrens Hope. Inzwischen haben Tom und sie schon ein Hochzeitsdatum festgesetzt.

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Und hier nun das Interview

Die Rolle der Kolumnistin Julia Write übernehmen die Leser und die von Tom und Nina, wird von deren Erschafferin Astrid Rose eingenommen.

Honolulu Journal 20.12.2009

Julia setzt sich aufrecht hin und zieht ihren Rock zurecht. Freundlich blickt sie zwischen ihren beiden Gästen hin und her. »Erstmal Mahalo nui loa, dass ihr Beiden euch so kurz vor Weihnachten noch für ein Interview Zeit genommen habt.«

Tom lächelt breit. »Wir haben zu danken, liebe Julia. Es ist mir wie immer eine Ehre, dir Rede und Antwort zu stehen.«

Nina räuspert sich, lächelt dann aber auch. »Nun, ich schließe mich Tom ganz an. Danke für die Gelegenheit.«

Aufmerksam mustert Julia die Frau an der Seite von Tom. »Da wir ja bereits im Oktoberheft ankündigten, ein Interview mit euch machen zu wollen, wurden uns Fragen von Journal-Lesern zugeschickt. Hättet ihr Beiden etwas dagegen, wenn ich euch diese Fragen vorlese?

Tom und Nina verneinten mit einem Kopfschwenken, was Julia mit einem freundlichen Kopfnicken beantwortete.

»Nun …« Sie sucht in ihrer Handtasche nach etwas und hielt kurz darauf freudestrahlend ein paar Zettelchen in der Hand. »Also, ich fange einfach mal an. Da es ja nicht so viele sind, denke ich, dass ihr alle in einem Rutsch beantworten könnt.«

Sie legt die Zettel auf ihren Schoß und beginnt die erste Frage vorzulesen: »Tom: Nervt dich Sunnys verschwenderische Art?«

»Ja, ein wenig. Ich bin zwar der Ansicht, dass man sich stets gut kleiden soll. Aber manchmal gibt sie echt zuviel Geld dafür aus. Sunny könnte von Nina echt noch was lernen. Sie kleidet sich immer den Erfordernissen entsprechend und gibt nicht mal einen Bruchteil dessen aus, was Sunny verschwendet.«

Julia lächelte. »Also nervt es dich doch?!« Sie zwinkert und Tom bejaht mit einem ganz leichtem Nicken

»Nina: Wie hast du gelernt mit deiner Gabe umzugehen? Fragst du dich warum gerade du?«

Die angesprochene schluckte schwer, ihre Haut wechselt von rötlich in Kreidebleich.

»Ähm? Ich …«, druckst sie herum. »Naja, dass ich als Einzige von der jungen Generation auf Noelani kochen kann, ist doch keine Gabe. Es ist eher eine Sache von Erziehung.«

Vor ihrem geistigen Auge taucht Julia zusätzlich noch auf. Sie trägt einen Rock und mustert Nina von oben bis unten. »Was meinst du, wird sich deine Gabe noch weiterentwickeln?«

Nina fühlt, wie sie innerlich kochte. »Auch wenn es dich nichts angeht, will ich es dir sagen. Ja, meine Gaben entwickeln sich alle stetig weiter. Inzwischen kann ich sogar eine Creme Brüllet zubereiten.«

Die Bilder verschwinden für einen kurzen Augenblick. Sie kommer aber sofort wieder als sie Julia wieder vor sich sieht und diese sie fragt: »Was glaubst du persönlich nun eigentlich von wem deine Tochter ist?« Ganz Impulsiv antworte Nina. »Na von Tom natürlich. Alles andere wäre fatal für´s Kind.«

»Tom,« sagt Julia und holt Nina damit ins Hier und jetzt zurück. Wie viele Kinder hast du eigentlich? Bzw. von wie vielen weißt du?«

Diesmal entglitten Tom sämtliche Gesichtszüge. »Ich weiß … weiß es nicht. Nicht jede Frau hat mich wieder kontaktiert. Ich kann mir gut vorstellen, dass da draußen noch zwei oder drei Thomas rumlaufen.«

Seine Verlobte wurde für einen Moment vom Kellner abgelenkt, der die Mai Tais brachte. Diese Gelegenheit nutzte Tom aus und raunte Julia „Zwei“ zu.

»Hast du was gesagt?«, fragte Nina ihn sogleich.

»No, mein Engel. Ich hatte nur einen Frosch im Hals, der wollte ausgeführt werden.

Die Augen von Nina leuchten kurz auf. »Okay. Ähm Julia, wenn es Ihnen nichts ausmacht, würde ich gerne …«, sprach sie die Reporterin an, die gerade im Begriff war, den Kellner mit ihren Blicken auszuziehen.

Flugs dreht Julia sich um »Könntest du dir eine BDSM Szene mit einem Mann deiner Wahl vorstellen?«, fragt sie unumwunden und man sieht ihr an, dass sie gerade über so eine Szene nachdachte, in der wohl der Kellner die dominierende Kraft war.

Toms Verlobte wird kreidebleich und dann zinnoberrot. »Ähm, ähm. Ich weiß nicht, ich weiß ja nicht mal, was das ist. Oder, besser gesagt, wie das ist.« Nina, die sich gerade klein mit Hut vorkommt, reckt sich in die Höhe und wirkt dadurch gleich einen Kopf größer wie Julia. »Solange ich Gefallen an irgendwelchen Spielchen habe, warum nicht. Es zwingt mich ja keiner bis zum Schluss mitzumachen, oder?« Unsicher sah sie zu Tom. »Oder ist man gezwungen?«

»Nein, ist man nicht. Aber das ist auch kein Thema für´s Journal. Julia, ich möchte, dass die letzte Frage gestrichen wird und du die Antwort für immer löschst.«

Die Journalistin nickt. »Kann ich verstehen. So etwas muss man mögen. Ähm. Tja, ich sehe schon. Ich muss gleich zum nächsten Termin.« Sie stand auf, gibt Nina wohlwollend ihre Hand und lässt sich dann von Tom mit einem Kuss auf die Wangen verabschieden.

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Der Artikel verschwand nicht nur ihrer großen Vuitton Tasche, sondern direkt in ihrem Schreibtisch. Erst im Jahre 2010 kramte Julia Write ihn wieder hervor und verwendete so manche Aussage gegen Nina und ihre Ohana.

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Zum Abschluss kommen wir zur Gewinnspielfrage …

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Ich wünsche euch weiterhin noch viel Spaß bei der Blogtour und drücke euch allen die Daumen fürs Gewinnspiel.
Übrigens …am 03. August 2014 macht die Blogtour noch einmal Halt auf meinem Blog. Dann kommt der Lieblingsbeitrag von mir … denn ich bin der absolute Ben-Fan 😛
Morgen (28. Juli) geht es weiter auf dem Blog von Astrid Rose.

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Nun habt ihr doch eine Menge über Nina und Tom erfahren, und gleichzeitig auch einige sehr intime Einblicke bekommen.

Nina und Tom bedanken sich für das Interview und natürlich auch die im bereits im Vorfeld gesammelten Fragen der LeserInnen.

Morgen (24.07.2014) Start der großen Blogtour zu Mana Loa von Astrid Rose

blogtour-mana-loa-astrid-rose-kleinUnd das ist noch nicht alles, denn ihr könnt sogar gewinnen. Dazu müsst ihr nur aufmerksam die ganze Blogtour verfolgen und Fragen beantworten 😉
Mitmachen lohnt sich … ich selbst bin schon mega aufgeregt, denn schon bald gibt es Band 2, auf den ich schon soooo sehnsüchtig gewartet habe.

Also nicht verpassen! 😉

30.11.2013 – Lesung im Theater „Das Wormser“

3011-WormsVerlag-MDIm Zusammenhang des 10-jährigen Jubiläums des Worms Verlags, habe ich heute
um 16:30 Uhr eine Lesung im Theater „Das Wormser“ (Liebfrauen/Burgundersaal).

Ich lese meine Kurzgeschichte „Forever Silence“ (Mystery).
Der Eintritt ist kostenlos.

Die Kurzgeschichte ist auch im neuen Heimatjahrbuch 2014 von Worms zu lesen.

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Wer in der Nähe ist und Lust und Zeit hat, der kann gerne vorbeischauen. Ich würde mich freuen.

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Gewinnspiel: Gewinne eine Statistenrolle in der YNSANTER-SAGA (7. Frage)

Die Fragen 1 bis 6 erhaltet ihr HIER noch einmal im Überblick. Und heute kommt die 7. und letzte Frage rund um das Gewinnspiel für eine Statistenrolle.
Den gesamten Ablauf des Gewinnspiels könnt ihr HIER noch einmal ganz genau durchlesen.

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Kurze Übersicht zum Ablauf:

Unten befindet sich ein Textausschnitt aus der Ynsanter-Saga. Dazu gibt es eine Frage, die ihr richtig beantworten müsst. Ein bestimmter Buchstabe wird gesucht, der euch ein Stück näher an das gesuchte Lösungswort bringt.
Nicht vergessen … das Lösungswort schickt bitte am Ende an …

soul-of-dragon@gmx.de         Betreff: Ynsanter-Gewinnspiel

Einsendeschluss für das richtige Lösungswort ist der 23. November 2013

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7. Textausschnitt

Ynsanter (2) – Pfade des Feuers von Annette Eickert

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„Du scheinst unter Neferrilions Fittichen wirklich ein Krieger geworden zu sein“, sagte Avonar und musterte immer wieder stolz den Halb-Raukarii. Wären da nicht Norions rote Haarsträhnen und die leicht bräunliche Nuance seiner Haut gewesen, würde ihn nichts von einem Iyana unterscheiden.

„Neferrilion ist der beste Lehrmeister, den es gibt“, bestätigte Norion. „Von ihm weiß ich alles, was es zu wissen gibt. Er hat mir das Kämpfen beigebracht, ebenso das Rechnen und Schreiben und viele andere Dinge. Doch eigentlich möchte ich sehr gerne mehr über meinen Vater erfahren. Wer weiß, wann ich noch einmal so eine Gelegenheit bekomme“, wechselte er das Thema. Es gab ein paar Fragen, die ihn schon seit Beginn des Gespräches beschäftigten.

„Dann nur zu.“

„Von wem hat mein Vater kämpfen gelernt?“, fragte Norion gerade heraus.

Avonar Varas seufzte, denn ausgerechnet hierauf konnte er keine genaue Antwort geben, zumindest war er nicht die richtige Person dafür. Dennoch versuchte er es.

„Das kann ich dir leider nicht sagen“, begann der Berater offen zu sprechen. „Dafür werde ich dir über deine Familie erzählen, deren Wurzeln viele Jahrhunderte und noch weiter zurückreichen. Die Familie Varas ist eine sehr alte und respektable Familie und weitläufig mit der Herrscherfamilie von Ianara verwandt, wie der Name Neavaras bereits erahnen lässt. Atarans Vater und ich waren Brüder. Unser Vater war ein Cousin unseres verstorbenen Herrschers Verindo Varas – dessen Witwe Dainla unsere derzeitige Herrscherin ist. Wenn du und deine Gefährten nach Varas reisen, werdet ihr sie treffen. Dainla wird vom ganzen Volk geliebt und hoch geschätzt. Vor über sechs Jahrhunderten wurden mein Bruder Uilyn und ich vom Staatsrat Ianaras vor die Wahl gestellt, ob wir dem Land in der Politik oder auf militärischer Ebene dienen wollen. Uilyn hat sich sofort gegen die Politik und für ein ehrenvolles Leben als Krieger entschieden und ist mit seiner Frau in ein Grenzdorf gezogen.“

„Wael“, stellte Norion fasziniert fest, und Avonar nickte.

„So ist es. Vor über dreihundert Jahren kam dann ihr einziger Sohn Ataran zur Welt. Und weil mein Bruder sich für den Kampf entschieden hatte, wurde sein Name geändert. Von da an hieß er nicht mehr Varas, sondern Neavaras, was frei übersetzt so viel wie Beschützer von Varas heißt, und die Silbe Nea ist gleichbedeutend mit dem Militärdienst. Alle adligen Familien, deren Söhne und Töchter sich für das Schwert entscheiden, erhalten einen neuen Namen mit der Silbe Nea. Ataran trat in die Fußstapfen seines Vaters, der inzwischen verstorben war, und wurde wie jeder in der großen Akademie von Varas ausgebildet. Er kehrte schließlich als Krieger zurück. Durch sein Geschick und seine Urteilskraft hatte er sich den Rang eines Hauptmanns verdient. Ataran beschützte die Grenzen und sein Heimatdorf, bis der grauenvolle Überfall der Raukariijäger stattfand. Seine Männer wurden getötet oder versklavt. Lange Zeit dachten wir, er wäre ebenfalls getötet worden, denn die Raukarii hatten die Leichen bis zur Unkenntlichkeit verbrannt. Hätte ich nur gewusst, dass es nicht so war …“

„Das konnte zu diesem Zeitpunkt niemand ahnen“, warf Neferrilion ein, der vor zwanzig Jahren im Auftrag des Feuergottes diese Nachricht überbracht hatte. Zu diesem Zeitpunkt war aber niemandem bekannt gewesen, dass Norion als Sklave bei Nezzir Rawon überlebt hatte. Ganz zu schweigen davon, dass Ataran überhaupt einen Sohn hatte. Neferrilion selbst erfuhr erst davon, als er aus dem Norden zurückgekehrt war.

Seufzend nickte Avonar. „Als Ihr nach Varas kamt und die Nachricht überbrachtet, was wirklich mit meinem Neffen geschehen ist, war es schon längst zu spät. Dafür hat der Junge überlebt. In ihm fließt das Blut Atarans weiter.“ Stolz sah er Norion an.

„Was ist eigentlich mit meinen Großeltern passiert?“ Norion musste diese Frage einfach stellen.

„Das Schicksal hat es nicht gut mit ihnen gemeint“, entgegnete Avonar nachdenklich. „Mein Bruder Uilyn – Atarans Vater – starb bei einem unglücklichen Unfall, als er und einige Männer einem merkwürdigen Vorkommnis im Wald nachgingen. Dabei wurde er von einem Rudel wilder Wölfe getötet.“

Augenblicklich wanderten die Blicke der Anwesenden zu dem schwarzen Wolf, der sich mittlerweile neben Hytaas gelegt hatte und mit geschlossenen Augen und aufgestellten Ohren dem Gespräch lauschte. Er wirkte gegenwärtig keinesfalls gefährlich.

„Das Rudel wurde später von Jägern aufgespürt“, nahm der Iyana den Faden wieder auf. „Einige unserer Druiden fanden heraus, dass die Tiere von einer tückischen Krankheit befallen waren, die sie wilder und unberechenbarer machte. Deine Großmutter hat den Tod ihres geliebten Mannes nicht verkraftet und ist ihm nur zwei Jahre danach ins Reich der großen Schöpferin gefolgt.“

„Das ist wirklich traurig.“ Norion schluckte. Obwohl er seine Großeltern niemals kennenlernen durfte, spürte er einen Stich im Herzen. Für einen kurzen Moment wünschte er sich, sie würden beide noch leben.

Schließlich fand die Zeit für alte Familiengeschichten ein Ende, und Neferrilion meldete sich zu Wort. „Werdet Ihr mit uns nach Varas reisen, Berater?“

„Meine Pflichten lassen es leider nicht zu“, antwortete er seufzend. „Meine Herrscherin hat mich mit einem dringenden Auftrag ausgesendet. Meine Soldaten und ich müssen alle Grenzdörfer entlang des Brin-Krian vor einem möglichen Angriff aus dem Süden warnen. Die Bewohner sollen sich gegen alle Eventualitäten wappnen. Die Neuigkeiten aus Leven’rauka haben vor einer Woche die Hauptstadt Varas erreicht, und unsere Informanten sind der Ansicht, dass wir uns vorbereiten sollen.“

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7. Frage
Was heißt frei übersetzt „Beschützer von Varas?
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Der 3. Buchstabe ist der 7. Buchstabe des Lösungswortes

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Das war die letzte Frage. Einsendeschluss ist der 23.11.2013.
Ich wünsche euch allen viel Glück!

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Gewinnspiel: Gewinne eine Statistenrolle in der YNSANTER-SAGA (6. Frage)

Die 1. Frage, 2. Frage, 3. Frage, 4. Frage und 5. Frage zum Gewinnspiel sind bereits online. Und hier kommt für euch die 6. Frage für eine Statistenrolle.
Den gesamten Ablauf des Gewinnspiels könnt ihr HIER noch einmal ganz genau durchlesen, wo ihr noch einmal alle Gewinnspielfragen auf einen Blick erhaltet.

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Kurze Übersicht zum Ablauf:

Unten befindet sich ein Textausschnitt aus der Ynsanter-Saga. Dazu gibt es eine Frage, die ihr richtig beantworten müsst. Ein bestimmter Buchstabe wird gesucht, der euch ein Stück näher an das gesuchte Lösungswort bringt.
Nicht vergessen … das Lösungswort schickt bitte am Ende an …

soul-of-dragon@gmx.de         Betreff: Ynsanter-Gewinnspiel

Einsendeschluss für das richtige Lösungswort ist der 23. November 2013

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6. Textausschnitt

Ynsanter (1) – Pfade des Feuers von Annette Eickert

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„Mach langsam, Hytaas wird nicht verschwinden“, rief der Raukarii dem hitzigen jungen Krieger hinterher.

Aber Norion hörte ihn nicht. Er war völlig außer Rand und Band, als vor wenigen Minuten der mächtige Schatten des Wächters über seinen Kopf hinwegflog, dass ihn nichts aufhalten konnte. Endlich würde er einem wahrhaften Drachen begegnen, so etwas war heutzutage selten, fast sogar unmöglich. Die Wächter hatten sich schon vor Jahrtausenden auf die Dracheninsel Settor zurückgezogen und kümmerten sich nicht um die Belange der Raukarii, Iyana und Menschen.

„Komm schon, beeil dich!“, rief Norion über seine Schulter und rannte auf einem kleinen Pfad in Richtung Turm.

Neferrilion seufzte und lief schneller, um seinen begeisterten Schüler nicht aus den Augen zu verlieren. Er hatte keine Bedenken, was das Treffen anbelangte, eher wollte er Hytaas nicht unnötig warten lassen. Schließlich bog der Raukarii um eine große Eiche und wäre beinahe mit Norions Rücken kollidiert, der plötzlich erstarrt am Rand der Lichtung stehen geblieben war und zum Turm herüber sah.

„Das ist Ysophytaasxiv, alter Wächter Zantheras und mein Freund“, flüsterte Neferrilion und beobachtete Norion, der wie im Delirium nickte und merkwürdig lächelte. Nicht weiter darauf achtend spürte Neferrilion die Wiedersehensfreude in seinem Herzen wachsen, er hatte Hytaas die letzten zwanzig Jahre wirklich vermisst.

Norion stand noch immer regungslos da. Seine tiefblauen Augen musterten den gewaltigen Schuppenleib. Die Krallen leuchteten im Sonnenlicht unheilvoll. Das Maul des Drachen war breiter als Norion hoch war. Zwei spitze Hörner ragten aus dem riesigen Kopf. Die schwarzen Schuppen glänzten, und je länger er sie anstierte, desto schwärzer schienen sie zu werden. Sie waren fest, groß und undurchdringlich.

Die Begeisterung des jungen Kriegers wich bei diesem Anblick schnell einer gesunden Furcht. Ein eiskalter Schauer kroch seinen Rücken herauf. Er schluckte und begann zu beben.

„Folge mir, es wird nichts passieren“, wies Neferrilion seinen Schützling an und lief voraus.

Vorsichtig folgte Norion. Er nahm all seinen Mut zusammen und versuchte, keinesfalls ängstlich zu wirken, was ihm mit jedem Schritt schwerer fiel. Wie konnte man solch einem Koloss gegenüberstehen und keine Angst empfinden? Ganz egal wie viel er bereits von Hytaas und seinem friedlichen Charakter gehört hatte, dieses Wissen rückte nun weit in den Hintergrund.

Gemeinsam schritten sie auf die Lichtung und als sie sich bis auf fünf Meter dem Drachen genähert hatten, schlug der die goldenen Augen auf.

„Neferrilion, mein Freund!“, sprach Hytaas und hob den Kopf ein wenig an.

„Hytaas!“ Das Glücksgefühl stand dem Raukarii ins Gesicht geschrieben. Seine Augen strahlten und mit einem breiten Lächeln ließ er Pfeil, Bogen und den erlegten Hasen fallen und überbrückte eilig die kurze Distanz. Mit den Händen begann er dem Drachen über die Lefzen und die Nüstern zu streicheln, was mit einem angenehmen Brummen beantwortet wurde. Er wusste doch, was sein schuppiger Freund mochte.

„Du weißt was mir gefällt, mach weiter, denn an der Stelle juckt es mich“, bedeutete Hytaas und schob sanft seinen Kopf nach vorne.

„Alter Schwerenöter.“ Neferrilion lachte, zog sich schließlich zurück und beobachtete seinen Drachenfreund vorwurfsvoll.

„Der Schürzenjäger bist ja wohl du. Ich erinnere dich gerne an unsere gemeinsame Wanderschaft, als wir in diesem Bordell Halt machten.“

„Schon gut, schon gut …“, beschwichtigte ihn der Raukarii rasch, bevor es für ihn peinlich wurde. „Ich hoffe, deine Reise war angenehm. Darf ich dir vorstellen, das hier ist Norion, mein Schützling und gelehriger Schüler“, erklärte er feierlich und machte Platz für den Halb-Raukarii, der zögerlich nach vorne trat.

„Wie ich sehe, hast du mir meine Mittagsmahlzeit mitgebracht“, grollte der Drache. „Aber der ist ja viel zu klein! Was soll ich denn damit? Ein Bissen und schon ist er weg. Das reicht nicht einmal für meinen hohlen Zahn.“

Norion zitterte.

„Du musst dich nicht fürchten. Hytaas wird dir nichts tun, er ist anscheinend gerade zu Scherzen aufgelegt. Bis vor wenigen Minuten warst du doch noch ganz begierig, ihn endlich zu treffen.“

„Bis vor einigen Minuten wusste ich auch noch nicht, dass der Drache so gewaltig ist“, erklärte Norion kleinlaut.

Als Antwort lachte der Raukarii, und der Drache fiel mit dröhnendem Brüllen ein.

„Was ist daran so lustig?“, fragte Norion schmollend.

„Ich erinnere dich daran, dass du ein großer Krieger werden willst. So wird das sicherlich nichts“, neckte ihn Neferrilion und brachte Norion dazu, dass er wenigstens lächelte.

Doch das erste Kennenlernen nahm ein abruptes Ende, als plötzlich jemand laut nieste und hustete. Raukarii und Halb-Raukarii wandten sich um, aber als sie niemanden entdeckten, schauten sie fragend zu Hytaas.

Erneutes Niesen brachte sie auf die Spur, es kam direkt vom rechten Hinterbein des Drachen.

„Was ist das?“, fragte Neferrilion neugierig.

„Dieses Insekt hatte ich schon fast vergessen“, erwiderte Hytaas zwinkernd. „Vor meiner Abreise hatte ich eine unliebsame Begegnung. Und weil ich nicht wusste, was das Beste ist, habe ich ihn einfach mitgebracht. Er hat interessante Neuigkeiten zu erzählen. Aber in erster Linie hat er versucht mich auszurauben und somit kann ich ihn nicht einfach gehen lassen.“

„Ich bin kein Insekt, und damit das klar ist, du hast mich entführt, du Monster!“, rief eine aalglatte Stimme und es folgte ein weiterer Niesanfall.

Norion zuckte zusammen. Irgendetwas an dieser Stimme kam ihm unheimlich bekannt vor. Sie erinnerte ihn an eine schlimme Zeit, als er die Hölle auf Erden durchlebt hatte. Sie erinnerten ihn an den Tod seines geliebten Vaters und an schreckliche Stunden, in denen der Besitzer dieser Stimme ihn erniedrigt hatte. Unbewusst ballte er die Hände zu Fäusten und presste die Lippen fest aufeinander.

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6. Frage
Die Wächter kümmern sich eigentlich nicht um die Belange der Raukarii, Menschen und … ? Welches Volk wird gesucht?
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Der 2. Buchstabe ist der 2. Buchstabe des Lösungswortes

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Die letzte Frage gibt es am 10.11.2013.
Ich wünsche euch allen viel Glück!

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Gewinnspiel: Gewinne eine Statistenrolle in der YNSANTER-SAGA (5. Frage)

Die 1. Frage, 2. Frage, 3. Frage und 4. Frage zum Gewinnspiel sind bereits online. Und hier kommt für euch die 5. Frage für eine Statistenrolle.
Den gesamten Ablauf des Gewinnspiels könnt ihr HIER noch einmal ganz genau durchlesen, wo ihr auch noch einmal alle Gewinnspielfragen auf einen Blick erhaltet.

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Kurze Übersicht zum Ablauf:

Unten befindet sich ein Textausschnitt aus der Ynsanter-Saga. Dazu gibt es eine Frage, die ihr richtig beantworten müsst. Ein bestimmter Buchstabe wird gesucht, der euch ein Stück näher an das gesuchte Lösungswort bringt.
Nicht vergessen … das Lösungswort schickt bitte am Ende an …

soul-of-dragon@gmx.de         Betreff: Ynsanter-Gewinnspiel

Einsendeschluss für das richtige Lösungswort ist der 23. November 2013

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5. Textausschnitt

Ynsanter (2) – Pfade des Feuers von Annette Eickert

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Vier weitere Tage wanderten die Gefährten durch das Gebirge, ohne dass sie nochmals von den Feen belästigt wurden, und dankten immer wieder Neferrilion, dessen zusätzliche Schutzzauber Wirkung zeigten. Außerdem kam ihnen ihre angeborene körperliche Ausdauer zugute.

Bereits am fünften Tag ließen sie das Gebirge hinter sich. Nur noch ein kurzer Weg über ein Felsplateau, und sie hatten es geschafft. Im Licht der untergehenden Sonne erstreckte sich, soweit das Auge sehen konnte, der große Wald von Ianara. Die Sonnenstrahlen tauchten die Landschaft in ein goldenes Flimmern. Uralte Bäume ragten siebzig Meter und mehr in den Himmel und verliehen dem Ort eine majestätische Aura. Zwischen den meterdicken Baumstämmen wuchsen klein und unscheinbar Nadel- und Laubbäume in zahlreicher Vielfalt. Die Luft war erfüllt von blühenden Wildblumen, grünem Gras, Wildkräutern und dem Geruch saftiger Blätter. Vögel tschilpten, und von irgendwoher vernahmen die Freunde einen rauschenden Wasserfall.

„Das ist wunderschön“, murmelte Norion ehrfurchtsvoll. Vor heller Begeisterung beschleunigte sich sein Herzschlag, und seine Augen glänzten. Dieser Ort war tausend Mal schöner als in den Geschichten, die ihm sein Vater und Neferrilion erzählt hatten. Ianara bot einen einzigen atemberaubenden Anblick, der all seine Sorgen vergessen ließ. Endlich durfte er das Land seines Vaters mit eigenen Augen bestaunen.

„Die große Schöpferin blickt einmal mehr auf diesen prachtvollen Wald hinab als auf andere Flecken Zantheras“, flüsterte Ronor ehrfürchtig und war buchstäblich ergriffen.

„Was ihr seht, ist unberührtes Land. Es ist noch immer so wie vor abertausenden von Jahren“, sprach Neferrilion feierlich und sog den mystischen Charakter von Ianara in sich auf. In diesem Wald waren die alten Legenden lebendig. Hier gab es Pflanzen und Tiere, die man sonst nirgendwo auf Zanthera finden konnte. Zum dritten Mal war es ihm vergönnt, diesen wundervollen Ort zu betreten, der jedes Mal schöner zu werden schien. „Unser Brudervolk lebt im Einklang mit der Natur“, fuhr er leise fort. „Viele Dörfer und auch die Städte liegen direkt im Wald, und wir könnten daran vorbei gehen, ohne sie zu sehen. Aber das ist nichts im Vergleich zu Varas. Wartet es ab, bis ihr die Hauptstadt mit euren eigenen Augen seht.“

„Du hast Settor vergessen“, mischte sich Hytaas ein und spielte auf seine Heimat an, die fern im Meer Ionaraa lag. Den Weg dorthin kannten nur die Drachen und der Feuergott. Settor durfte von keinem anderen Lebewesen betreten werden.

„Natürlich nicht“, antwortete Neferrilion halb abwesend, aber mit einem Lächeln. Einmal, so hatte es ihm Hytaas versprochen, würde er für seinen Freund die Regel brechen und ihn mit auf die Dracheninsel nehmen. „Lasst uns einen ruhigen Lagerplatz finden, denn bis Varas ist es noch weit.“ Anschließend wandte er sich an Norion und legte ihm eine Hand auf die Schulter. „Komm, wir beide werden den ersten Schritt in deines Vaters Heimat gemeinsam gehen.“

Gesagt, getan, und die Gefährten folgten ihnen in respektvollem Abstand. In der Luft lag der Hauch von Mystik, und mit einem Gebet an Zevenaar näherten sie sich langsam dem Waldrand. Beim Aufblitzen der ersten Sterne setzten sie auch den ersten Fuß auf den Waldboden. Endlich hatten sie das Brin-Krian-Gebirge erfolgreich überwunden. Von nun an galt es jedoch, mit den lauernden Gefahren von Ianara fertig zu werden.

Unerwartet blieb Hytaas stehen, schnaubte und drehte sich um. Die Gefährten taten es ihm nach, und ihre Verblüffung war groß. Vielleicht fünfzig Meter entfernt stand ein schwarzer Wolf und sah sie gespannt an. Offensichtlich schien er sich nicht sicher, was er tun sollte.

„Er ist uns gefolgt!“ Verwundert starrte Neferrilion zu dem Tier und wurde das Gefühl nicht los, dass dies kein Zufall war.

„Er folgt uns schon die ganze Zeit“, erklärte Hytaas in einem unbedeutenden Tonfall, als wäre das nichts Ungewöhnliches. Aber es reichte aus, die Aufmerksamkeit seiner Gefährten auf sich zu ziehen. „Nun ja, zuerst dachte ich, er würde niemals die Berge verlassen. Da habe ich mich wohl geirrt, das wollte ich euch nur wissen lassen.“

„Dann schick ihn weg“, flehte Nezzir, den es beim Anblick des fremden, wilden Wolfes fröstelte.

Norion allerdings strahlte und wäre am liebsten sofort zu ihm gerannt, aber Neferrilions Hand hielt ihn zurück.

„Er hat mich doch gerettet und mir nichts getan“, versuchte Norion seinen Willen durchzusetzen.

„Nein“, antwortete Neferrilion nachdrücklich und tauschte einen Blick mit Hytaas aus.

Was auch immer die beiden schweigend miteinander besprachen, sie sahen sich lediglich an, und dann war es Hytaas, der sie zum Weitergehen drängte. Neferrilion sagte nichts. Auf der einen Seite hoch erfreut, auf der anderen enttäuscht, wanderte die Gruppe noch eine halbe Stunde, bis sie im Schutz zweier Mammutbäume ihr Nachtlager aufschlug. Sie sammelten Feuerholz, breiteten ihre Schlafrollen aus und versammelten sich um ein Lagerfeuer, aßen, tranken und unterhielten sich, als es geschah.

Vorsichtig schlich sich der schwarze Wolf an ihr Lager heran und blieb zuerst in sicherem Abstand stehen. Er besah sich die Runde genauer, dann kam er tatsächlich näher und setzte sich zwischen Norion und Malea. Im ersten Moment waren alle starr vor Überraschung. Mit dieser Wendung hatte niemand gerechnet. Doch das Tier schien friedlich, keinerlei Gefahr ging von ihm aus. Stattdessen musterte es die Raukarii mit intelligenten und wachsamen Augen.

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5. Frage
Wie heißt die Hauptstadt, in welche die Freunde gelangen wollen?
_ _ _ _ s

Der 1. Buchstabe ist der 4. Buchstabe des Lösungswortes

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Die nächste Frage gibt es dann am 10.11.2013.
Ich wünsche euch allen viel Glück!

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Gewinnspiel: Gewinne eine Statistenrolle in der YNSANTER-SAGA (4. Frage)

Die 1. Frage, 2. Frage und 3. Frage zum Gewinnspiel sind bereits online. Und hier kommt für euch die 4. Frage für eine Statistenrolle.
Den gesamten Ablauf des Gewinnspiels könnt ihr HIER noch einmal ganz genau durchlesen, wo ihr auch noch einmal alle Gewinnspielfragen auf einen Blick erhaltet.

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Kurze Übersicht zum Ablauf:

Unten befindet sich ein Textausschnitt aus der Ynsanter-Saga. Dazu gibt es eine Frage, die ihr richtig beantworten müsst. Ein bestimmter Buchstabe wird gesucht, der euch ein Stück näher an das gesuchte Lösungswort bringt.
Nicht vergessen … das Lösungswort schickt bitte am Ende an …

soul-of-dragon@gmx.de         Betreff: Ynsanter-Gewinnspiel

Einsendeschluss für das richtige Lösungswort ist der 23. November 2013

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4. Textausschnitt

Ynsanter (2) – Pfade des Feuers von Annette Eickert

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„Kommandant Rurayon!“, begrüßte Tallex ihn. „Gratulation zu unserem ersten Sieg.“

Er antwortete mit einem breiten Grinsen, dann verneigte er sich ehrwürdig vor ihr und Rylance.

„Llynmeh, vortreffliche Arbeit!“, wandte sich Rylance anschließend an seinen Assistenten. „Die Nacht der Dämmerung ist heute wahrhaftig wiedergekehrt. So viel Energie ist geflossen.“

Llynmeh hatte, wie fast immer, seine Kapuze tief ins Gesicht gezogen und verbeugte sich formvollendet vor seinem Meister.

„Ihr hättet dabei sein müssen, Meister“, verkündete Llynmeh. „Es war eine wahre Freude. Die Priester hatten keine Chance gegen uns.“

Rylance, der momentan seine Kräfte schonte, um beim Sturz Zyrakars seine ganze Macht einsetzen zu können, wäre gerne persönlich anwesend gewesen. Aber selbst aus der Luft hatte er den Angriff genossen und mitgefiebert.

„Wo ist Hohepriester Phrinlyn?“, erkundigte er sich. Rylance konnte es kaum erwarten, diesem Mann nach langer Zeit endlich wieder gegenüberzustehen.

Die Worte waren kaum ausgesprochen, da verspürte Llynmeh einen Kloß im Hals, und in Gedanken verfluchte er den Priester und seine vermaledeiten Anhänger aufs Barbarischste. Er schluckte merklich, straffte die Schultern und sah seinen Anführer unter der Kapuze heraus an.

„Meister … er ist entkommen“, erklärte er und fügte rasch hinzu: „Er hatte Hilfe von der Hexe. Sie ist mit ihm und ein paar anderen aus dem Tempel geflohen, aber keiner weiß, wie. Wir haben drei Nekromanten dabei verloren. Sie stießen auf eine Horde …“

„Schweig!“ Rylance versteifte sich und ballte die Hände zu Fäusten. Er wollte nichts von ihrem Unvermögen erfahren. Er war so nah gewesen, und nun war der Priester ihm wieder entwischt. Llynmeh konnte er keine wirkliche Schuld an dem Dilemma zuschieben, und seine unfähigen Diener hatten ihre gerechte Strafe erhalten. Sein Zorn richtete sich ausschließlich gegen die Hexenmeisterin. Er verachtete diese Frau zutiefst. Zu oft hatte sie seine Pläne bereits durchkreuzt, hatte es gewagt, ihm seinen Ring zu entwenden, und jetzt hatte sie auch noch dem Hohepriester geholfen zu fliehen. Das bedeutete, er konnte sich die klerikale Macht Phrinlyns nicht zu eigen machen, was den Sieg über Deir al-Bahri eine süßere Note verliehen hätte.

Rylance fühlte plötzlich eine Hand auf seiner Schulter. Als er sich umdrehte, stand Tallex vor ihm und schaute ihn eindringlich an. Es waren keine Worte nötig. Heute würde Llynmehs Körper verschont bleiben – ausnahmsweise. Doch beim nächsten Fehltritt würde er um eine Strafe nicht herumkommen.

„Verzeiht, mein Meister, aber Myrvoda war stark und hatte auch noch tatkräftige Unterstützung von Priestern“, wagte Llynmeh sich zu verteidigen, als er merkte, dass Rylance keinen Zauber anwandte. „Aber spätestens in Zyrakar wird er nicht mehr entkommen können. Dann sitzt auch die Hexe in der Falle.“

Rylance schwieg. Vorerst musste er sich auf wichtigere Dinge konzentrieren, die keinen Aufschub duldeten, und wandte sich von seinem Assistenten ab. In Gedanken versunken beobachtete er dabei Tallex.

„Wie viele unserer Soldaten sind gefallen?“, fragte sie den Oberkommandanten zur gleichen Zeit und erregte damit die Aufmerksamkeit ihres Liebhabers, der offensichtlich den Themenwechsel begrüßte.

„Weniger als angenommen“, antwortete Rurayon mit kräftiger Stimme. „Aber ich warte noch auf die Verlustberichte. Spätestens in einer Stunde weiß ich mehr.“

„Und wie sieht es unter den Stadtbewohnern aus?“, wollte Rylance wissen, während er den Raukarii tiefgründig ansah.

Diesem fuhr es beim Blick aus diesen funkelnden, stahlharten Augen eiskalt den Rücken herunter. In der Nähe des Nekromanten hatte er sich noch nie besonders wohl gefühlt. Aber er war ganz Soldat. Er zeigte keine Gefühlsregung und antwortete sachlich: „Viele sind verletzt. Über ein Viertel ist tot. Die meisten Opfer sind Soldaten und Magier. Auch einige Priester, aber die …“

„Die Priester leben noch?“, unterbrach ihn Rylance überrascht.

Rurayon nickte. „Hauptmann Zoryn hat fünfzehn lebend aus dem Tempel geschleift. Sie sind in den Kerker gebracht worden. Zoryn hat ihnen persönlich die Zunge rausgeschnitten, damit sie keinen göttlichen Zauber wirken können. Auch Magier haben überlebt, aber die meisten sind Stadtwachen.“

„Fünfzehn von fünfzig“, sinnierte Rylance laut und grinste unerwartet fröhlich. Das Ende des Klerus in Deir al-Bahri hatte begonnen, und der heutige Tag würde für ihn doch noch ein gutes Ende nehmen. Suchend schaute er sich auf dem Marktplatz um. „Die Priester sollen öffentlich hingerichtet werden. Bringt sie in zwei Stunden genau dorthin …“, dabei deutete er zu einem zweistöckigen, noch intakten Gebäude am Rand des Platzes. „Hängt sie auf und bringt mir die Leichen anschließend in mein Labor. Sie sind gerade gut genug für künftige Experimente.“ Das Wort Experimente betonte er mit einem seltsamen Unterton, der den Umherstehenden einen kalten Schauder einjagte.

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4. Frage
Über welche Stadt haben die Verräter obsiegt?
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Der 1. Buchstabe ist der 6. Buchstabe des Lösungswortes

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Die nächste Frage gibt es dann am 05.11.2013.
Ich wünsche euch allen viel Glück!
HAPPY HALLOWEEN!

Gewinnspiel: Gewinne eine Statistenrolle in der YNSANTER-SAGA (3. Frage)

Die 1. Frage und die 2. Frage zum Gewinnspiel sind bereits online. Und hier kommt für euch die 3. Frage für eine Statistenrolle.
Den gesamten Ablauf des Gewinnspiels könnt ihr HIER noch einmal ganz genau durchlesen, wo ihr auch noch einmal alle Gewinnspielfragen auf einen Blick erhaltet.

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Kurze Übersicht zum Ablauf:

Unten befindet sich ein Textausschnitt aus der Ynsanter-Saga. Dazu gibt es eine Frage, die ihr richtig beantworten müsst. Ein bestimmter Buchstabe wird gesucht, der euch ein Stück näher an das gesuchte Lösungswort bringt.
Nicht vergessen … das Lösungswort schickt bitte am Ende an …

soul-of-dragon@gmx.de         Betreff: Ynsanter-Gewinnspiel

Einsendeschluss für das richtige Lösungswort ist der 23. November 2013

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3. Textausschnitt

Ynsanter (1) – Pfade des Feuers von Annette Eickert

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Doch seine Schätze wollte er in Sicherheit wissen, daher stampfte er mehrmals mit den Klauen auf und brachte eine kleine Gesteinslawine ins Rollen. Als sich das Rumpeln und die aufgewirbelte Staubwolke gelegt hatten, war der Eingang zu seinem Hort versperrt.

„Das dürfte genügen.“ Zufrieden lachte Ysophytaasxiv und beäugte aus den Augenwinkeln den zappelnden Nezzir Rawon, der wie ein Fisch am Haken um sein Leben flehte. Er baumelte inzwischen kopfüber an der Kralle.

„Bereit?“, fragte der Drache, erwartete natürlich keine Antwort und stieß sich mit den kräftigen Hinterbeinen ab. Sofort entfaltete er seine Flügel und suchte nach einer Windböe, die ihn weiter nach oben trug.

„Lass mich herunter!“, schrie Nezzir aus Leibeskräften.

Es verschlug ihm die Sprache, als er plötzlich etliche Meter über dem Erdboden dahinschwebte. Vielleicht wäre es ihm besser gegangen, hätte er nicht mit dem Kopf nach unten gehangen und hätte nicht ständig gezappelt. Das Geräusch der ledernen Flügel brachte ihn allerdings wieder zum Schreien, während die Vulkane viel zu schnell kleiner und kleiner wurden. Der Drache schraubte sich gnadenlos hinauf in den Himmel. Die Luft rundherum wurde kälter.

„Auf nach Norden!“, donnerte Hytaas und bekam nicht mit, dass sein unfreiwilliger Fluggast Nezzir Rawon zuerst die Augen verdrehte und dann in Ohnmacht fiel.

Als der Drache die ersten Gipfel des Levenaragebirges erreichte, kam der Raukarii wieder zur Besinnung. Aber dieser Zustand hielt nicht lange an. Denn als Hytaas auf einmal tiefer flog und einige der schneebedeckten Bergspitzen nur knapp verfehlte, schrie Nezzir lauthals seine Angst hinaus, um schließlich wiederholt die Schwärze einer Ohnmacht zu bevorzugen.

Aber die Reise hatte erst angefangen. Unter ihnen zogen die Berge, die Umgebung des Feuerspaltes und das Menschenland Teriman vorbei. Für diesen Flug hatte Hytaas absichtlich die Stunden der Nacht gewählt, denn so würde ihn kein zufälliger Beobachter entdecken. Falls doch, dann hielten sie ihn wohl eher für einen Vogel. Ein Vogel mit einer merkwürdig zappelnden Beute in den Krallen.

Als es allmählich wieder dämmerte, nahten in der Ferne die ersten Baumreihen des gewaltigen Waldes von Calafat auf – Hytaas Ziel.

Nezzir erwachte und was tat er? Er schrie. Diesmal mischten sich Wut und Schmerz in seine Schreie, denn kopfüber durch die Luft zu fliegen gehörte nicht zu den angenehmsten Transportmöglichkeiten. Inzwischen zitterte er nicht nur aus Furcht, sondern wegen der bitteren Kälte. Dabei peitschte der Wind ihm um die Ohren, und ergeben ließ er es geschehen. Doch bald kehrte sein Zorn zurück, und er schleuderte dem Wächter wüste Flüche entgegen, die der Drache unbekümmert hinnahm.

Als Nezzir Rawon nach einigen Minuten immer noch keine Ruhe gab und Hytaas androhte, Zevenaar um Hilfe zu bitten, sobald er wieder festen Boden unter den Beinen hätte, war es auch mit der Geduld des Drachen vorüber. Zevenaar wäre eher dazu bereit, den Raukarii zu Staub zu zermalmen, was er jedoch geflissentlich für sich behielt. Gleichzeitig war es Hytaas schleierhaft, wie dieser Raukarii überhaupt so viel Mut aufbrachte, so mit einem Wächter zu reden. Dieser Mann besaß keinen Respekt, vor nichts und niemandem, und er benötigte ganz dringend eine Lektion in Demut. Und des Rätsels Lösung lag direkt vor ihnen oder besser gesagt unter ihnen.

Der breite Flussarm des Memadon kam näher und entlockte dem Drachen nicht nur die Vorfreude, seinen Freund Neferrilion wiederzusehen, sondern brachte ihn auch auf eine Idee. Nezzirs hochroter Kopf brauchte eine Abkühlung. Langsam sank er tiefer und glitt trotz seines gewaltigen Schuppenleibs zielsicher über die ruhige Wasseroberfläche, während Nezzirs Oberkörper durch das kalte Nass gezogen wurde. Anschließend stieg er wieder auf und steuerte über die Baumkronen hinweg auf den Turm von Neferrilion zu.

Für die restliche Zeit schwieg der Raukarii. Anfangs tropfte er noch, doch der Wind trocknete seine Haare und Kleidung, und er kämpfte gegen eine aufsteigende Übelkeit an.

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3. Frage
Welchen Fluss überquert der Drache mit dem Raukarii Nezzir?
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Der 3. Buchstabe ist der 1. Buchstabe des Lösungswortes

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Die nächste Frage gibt es dann am 31.10.2013. Nicht verpassen.
Ich wünsche euch allen viel Glück!

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Gewinnspiel: Gewinne eine Statistenrolle in der YNSANTER-SAGA (2. Frage)

Die 1. Frage ist bereits online. Heute kommen wir auch schon zur 2. Frage und damit eine weitere Chance auf die Statistenrolle.
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2. Textausschnitt

Ynsanter (2) – Pfade des Feuers von Annette Eickert

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„Du blutest!“, entfuhr es Tallex geschockt.

Rylance hatte einen tiefen Kratzer an seiner rechten Schulter abbekommen, der heftig pochte und seine Robe mit Blut tränkte.

„Das ist nichts“, entgegnete er matt.

„Du bist verletzt, blutest und sagst, es wäre nichts?“, fuhr Tallex ihn an. Doch im nächsten Augenblick setzte sie sich besorgt neben ihn und untersuchte die Wunde. Sie schien von einem kräftigen Gebiss zu stammen.

„Das heilt gleich wieder.“ Rylance spürte bereits das erste Kribbeln in seinem linken Zeigefinger. Dort saß ein silberner Ring, der bläulich aufleuchtete. Das magische Artefakt hatte mit der Heilung begonnen, und er fühlte sich schon ein wenig besser. Die Schmerzen ebbten langsam ab, noch wenige Minuten und von der Verletzung würde nur noch eine gerötete Hautstelle zeugen. Aber selbst diese würde nach einem Tag verschwinden. Wie sehr er diesen Ring und seine Wirkung schätzte.

Interessiert beobachtete Tallex den Prozess, bis auf die zerrissene Kleidung nichts mehr übrig war. „Was ist eigentlich passiert? Du warst so schnell weg, dass ich nicht einmal reagieren konnte.“

„Deine Sorge ehrt mich, das spielt jetzt aber keine Rolle mehr“, wich er einer direkten Antwort aus. Als sie ihn jedoch ärgerlich anstarrte, räusperte er sich. Immerhin verfolgten sie ein gemeinsames Ziel, und Tallex hatte ihm bisher gute Dienste geleistet. Sie verdiente eine Erklärung. „Ich wurde von meiner Wut gelenkt. Der alte Sklaventreiber Nezzir Rawon ist ein Volltrottel. Eigentlich wollte ich ihm zur Strafe die Lebensenergie stehlen, dazu kam es aber nicht. Denn plötzlich war er nicht mehr alleine. Ich hätte es mir denken können. Neferrilion hat ihn nicht aus den Augen gelassen und war mit dem Wächter in Wolfsform aufgetaucht. Eines ergab das andere, und das Ergebnis siehst du. Der Wächter hat mich attackiert und abgelenkt, damit der Priester mich mit seiner göttlichen Magie angreifen konnte. Beide haben mich unvorbereitet getroffen. Ich hatte keine Chance. Ich konnte mich nur noch mit einem starken Schildzauber schützen, bevor ich in den Schatten tauchte.“

„Du hast gegen Zakar … ich meine Neferrilion gekämpft?“ Tallex staunte über alle Maßen. „Das hätte ich nur zu gerne gesehen.“

„Das kann ich mir vorstellen“, schnaubte Rylance grimmig und besah sich seine kaputte Robe. „Die werde ich ersetzen müssen. Darin steckte eine Menge Arbeit. Zuerst muss ich aber meinen Vorrat an Lebensenergie auffrischen. Mein Ring wird allmählich schwächer. Und dann, beim nächsten Treffen, werde ich es den beiden heimzahlen. Dafür werden sie büßen.“

„Vergisst du nicht etwas?“, entgegnete Tallex. „Wir haben das Gespräch zwischen Neferrilion und diesem jungen Priester Ronor heimlich belauscht, und Neferrilion genießt die Gunst des Feuergottes. Außerdem ist er Magier und …“

„Ein Magier vielleicht“, unterbrach Rylance seine Geliebte, „aber er besitzt nicht die Kräfte der Schatten, nicht einmal Zevenaar beherrscht diese Fähigkeiten. Beim nächsten Wiedersehen werde ich sie vernichten und mich an dem Wächter rächen.“

„Und was gedenkst du zu tun?“, fragte Tallex neugierig, lief zu einem kleinen Tischchen und schenkte für sie beide einen Becher Weißwein ein. Mit ihnen kam sie zurück und setzte sich wieder neben ihn.

Das war eine berechtigte Frage, wie der Nekromant durchaus wusste. Fieberhaft dachte er darüber nach und ließ sich dabei von Tallex weichen Lippen und zärtlichen Fingern verwöhnen. Lustvoll küsste sie ihn im Gesicht und am Hals, ihre Hände glitten dabei unter die Robe und massierten seine Brust. Er liebte ihre Liebkosungen, sie brachten sein Blut in Wallung. Doch plötzlich stieß er sie von sich und schleuderte einen der Weinbecher zu Boden. An der Stelle breitete sich augenblicklich eine kleine Pfütze aus.

Erschrocken starrte sie Rylance an.

„Wir zwei müssen zu Calenor“, sprach er seine Gedanken laut aus. „Ich habe eine Idee und dazu brauche ich ihn.“ Er stand auf und reichte ihr die Hand.

„Aber er ist wieder in Caress.“ Verwirrt ließ sich Tallex aufhelfen. Bei der Erinnerung an Calenor durchfuhr sie ein kalter Schauer. Sie hatte ihn schon seit einigen Tagen nicht mehr gesehen, und eigentlich hatte sie ihn auch so schnell nicht wiedersehen wollen. Sie war Rylance’ Charme mit jeder Faser ihres Körpers verfallen und verspürte keine Lust, sich mit Calenor zu unterhalten, und sich womöglich von ihm berühren zu lassen.

„Das macht nichts, ich fühle mich stark genug, um uns beide durch den Schatten nach Caress zu bringen“, bedeutete er rasch und bedachte sie mit einem listigen Lächeln.

Innerhalb der nächsten Minuten setzte der Nekromant seine Worte in die Tat um. Gemeinsam reisten sie auf schattenhaften Schwingen durch Raum und Zeit und tauchten in der alten Stadt der Priester wieder auf. Sie befanden sich unmittelbar vor dem Haus Kurutamat.

Das fünfstöckige Gebäude fußte am Ufer des Lavasees von Caress, der zugleich den zentralen Mittelpunkt der Stadt bildete. Die glühende Lava strahlte so hell, als würde die Sonne scheinen. Der natürliche See war vor langer Zeit von Zevenaarpriestern mit einer unsichtbaren Magiebarriere versehen worden, sodass die Lava die Stadt nicht zerstören konnte und die Einwohner nicht an den giftigen Dämpfen starben. Für frische Atemluft sorgte ein ausgeklügeltes magisches System aus Löchern in der Höhlendecke, es gab sie schon so lange, wie Caress existierte.

Das Haus Kurutamat bestand aus schwarzem Marmor. Türme und Minarette stachen an den Ecken wie Klauen in die Höhe. Mindestens zwei Dutzend Raukarii patrouillierten um das Gebäude herum. Es war nicht nur das prächtigste und eindrucksvollste Anwesen der Stadt, sondern auch das bedeutungsvollste.

Erst vor einer Woche war Rylance zu Besuch gewesen, als er den Komfort von Calamarlyhtos’ kräftigem Drachenrücken in Anspruch genommen hatte. Er war vom Konzil, oder besser gesagt, von Anarch höchstpersönlich eingeladen worden.

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2. Frage
Gegen wen hat der Nekromant Rylance gekämpft?
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Der 5. Buchstabe ist der 3. Buchstabe des Lösungswortes

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Die nächste Frage gibt es dann am 26.10.2013. Nicht verpassen.
Ich wünsche euch allen viel Glück!

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